Lehm im Malerhandwerk: Vorteile, Anwendung und Verarbeitung von Lehmfarben und -putzen

Lehm ist ein vielseitiger und natürlicher Baustoff, der im Malerhandwerk immer mehr an Bedeutung gewinnt. Seine ökologischen und raumklimatischen Vorteile machen ihn zu einer beliebten Wahl für nachhaltiges Bauen und Gestalten.

 

Was ist Lehm?

Lehm ist eine Mischung aus Ton, Schluff, Sand und Wasser. Er enthält keine chemischen Zusätze und ist vollständig natürlich. Lehm kann sowohl als Baustoff als auch als Putz und Farbe verwendet werden und bietet vielfältige Gestaltungsmöglichkeiten.


Vorteile von Lehm im Malerhandwerk

Umweltfreundlichkeit

Lehm ist ein 100 % natürlicher und wiederverwendbarer Baustoff. Er kann ohne Umweltbelastung gewonnen und verarbeitet werden, was ihn zu einer der nachhaltigsten Optionen im Bauwesen macht.


Raumklima

Lehm hat die Fähigkeit, Feuchtigkeit aus der Luft aufzunehmen und bei Bedarf wieder abzugeben. Dies reguliert das Raumklima und verhindert Schimmelbildung. Zudem wirkt Lehm temperaturausgleichend und sorgt für ein angenehmes Wohnklima.


Schadstofffreiheit

Lehm enthält keine schädlichen Chemikalien oder flüchtigen organischen Verbindungen (VOCs). Er ist daher besonders geeignet für Allergiker und Menschen mit empfindlichen Atemwegen.


Anwendungsbereiche von Lehm

Lehmputz

Lehmputz wird auf Wände und Decken aufgetragen und kann sowohl im Innen- als auch im Außenbereich verwendet werden. Er bietet eine rustikale und warme Optik und lässt sich in verschiedenen Strukturen und Farben gestalten.


Lehmfarbe

Lehmfarbe ist eine natürliche Wandfarbe, die aus fein gemahlenem Lehm, Wasser und natürlichen Pigmenten besteht. Sie ist diffusionsoffen, feuchtigkeitsregulierend und sorgt für ein gesundes Raumklima.


Lehmbauplatten

Lehmbauplatten sind vorgefertigte Elemente, die zur Verkleidung von Wänden und Decken verwendet werden. Sie sind einfach zu verarbeiten und bieten die gleichen klimatischen Vorteile wie Lehmputz und -farbe.


Verarbeitung von Lehm

Vorbereitung des Untergrunds

Der Untergrund muss sauber, trocken und tragfähig sein. Bei stark saugenden Untergründen sollte eine Grundierung aufgetragen werden, um die Haftung des Lehmputzes oder der Lehmfarbe zu verbessern.


Anmischen von Lehmputz und -farbe

Lehmputz wird in der Regel als Trockenmischung angeboten und muss vor der Verarbeitung mit Wasser angerührt werden. Lehmfarbe wird ebenfalls als Pulver geliefert und mit Wasser angerührt. Hierbei sollte man sich an die Herstellerangaben halten.


Auftragen des Lehmputzes

  • Erster Auftrag: Lehmputz wird mit der Kelle aufgetragen und grob geglättet. Je nach gewünschter Struktur kann er anschließend mit verschiedenen Werkzeugen bearbeitet werden.
  • Feinputz: Nach dem Trocknen des ersten Auftrags kann eine dünne Schicht Feinputz aufgetragen werden, um eine glatte Oberfläche zu erzielen.

 

Auftragen der Lehmfarbe

Lehmfarbe wird mit einem Pinsel oder einer Bürste aufgetragen. Je nach gewünschter Deckkraft können mehrere Schichten aufgetragen werden. Zwischen den einzelnen Schichten sollte ausreichend Trocknungszeit eingehalten werden.


Tipps und Tricks für die Verarbeitung

  • Testfläche anlegen: Vor großflächigem Auftrag ist es ratsam, eine Testfläche anzulegen, um die Farbwirkung und Haftung des Lehms zu überprüfen.
  • Schutzmaßnahmen: Beim Anrühren und Verarbeiten von Lehm sollte Schutzkleidung getragen werden, um Hautkontakt und Einatmen von Staub zu vermeiden.
  • Feuchtigkeit beachten: Da Lehm empfindlich gegenüber Feuchtigkeit ist, sollte er nicht in ständig feuchten Bereichen wie Badezimmern ohne ausreichende Belüftung verwendet werden.

 

Fazit

Lehm ist ein herausragender Baustoff für das Malerhandwerk, der nicht nur umweltfreundlich, sondern auch vorteilhaft für das Raumklima ist. Mit den richtigen Techniken und Materialien lassen sich langlebige und ästhetisch ansprechende Ergebnisse erzielen.

#
#
217

Anstriche

57

Fassaden

41

Wärmedämmung

112

Renovierungen